Geschichte

1581, heißt es da „in der Dorfgerechtigkeit (Satzung)“, gehört die Schenkstatt einer Gemein, die legt dem Wirt den Wein für (vor) und der gibt sechs Pfund (Geld) von einem Fuder (850 l)“. Neben diesem (Wirt) darf niemand schenken, „außer er hat eigenes Gewächs“. In Oberthulba wurde im „Höhfeld“ Wein angebaut. Über die Qualität schweigt der Chronist.

Das Gebäude wurde 1652 fertiggestellt, es war damals das Rathaus. Wo früher der Bürgermeister residierte und das Gericht tagte, kann man jetzt gemütlich sizten und essen. Im Jahr 1915 ist der heutige Gasthof als Gemeindewirtschaft mit Gerichtssube erwähnt. Die Schenkstatt von jeher im Dorf eines der Hauptzentren des gemeindlichen und geselligen Lebens. Hier traf man sich bei Hochzeiten, bei Kindstaufen, aber auch vor dem „strengen“ Dorfgericht. Denn dieser Ort war zuweilen auch Schauplatz hitziger Wortgefechte.

Besitzer der Schenkstatt war ehedem der „Gnädigste Fürst und Bischof“ selbst, wegen der Steuereinnahme. Doch dann „vermachte“ er sie dem Markt Oberthulba, um dessen Haushalt aufzubessern. Der „Gnädigste Herr“ blieb aber weiterhin stiller Teilhaber, denn er kannte seine trinkfesten Franken.

Der Dreißigjährige Krieg (1618-1648) ließ das gesellige Leben verkommen. Mitte des 17. Jahrhunderts wurde die Gemeindewirtschaft mit Gerichtsstube am Plan (Marktplatz) in seiner jetzigen Form mit respektablem Volutengiebel neu erbaut. Erst 1757 übernahm,„unter Druck“ der „dermahlige Schultheis Johann Volkmuth den Wirtsbestand für 130 Gulden Pacht“. Dem Dorfgericht hatte er „eine Mahlzeit, Brot und Käse, und einem dreiviertel Eymer (60 Liter) Most“ zu reichen.

Am 26. November 1783 hat ein Johann Baier „die Wirthsschenk als Meistbiethender“ für 180 Gulden zum erstenmal erstrichen. Nach wechselnden Erfolgen übernahm 1831 wieder ein Johann Baier die Wirtschaft; bis 1854 der Urgroßvater des jetzigen „Beständners“ das„Gemeindewirtshaus“ um 5050 Gulden kaufte.
„Weil füglich nicht anderswo ein Gemeindezimmer vorhanden war“, tagte hier weiterhin die Verwaltung im sogenannten Gerichtszimmer.

Hier tagte, wie schon erwähnt, das Dorfgericht, denn Oberthulba gehörte bis 1814 zum Hochstift Würzburg, mit „12 Mann und dem Bauermeister des Gerichts“. Dies geschah seit„unvordenklichen“ Zeiten zu Walpurgi, anfangs Mai, und zu Martini, Ende November. Dorfhändel bereinigte man lieber unter sich, so blieb die Einnahme aus der Geldstrafe im Ort.

1907 kaufte der Bierbrauereibesitzer Kaspar Wahler in Bad Kissingen die „Gerechtsame des Gasthauses“. Nach wechselnden „Beständern“ erinnerte sich Herbert Baier seiner Ahnen und übernahm wieder
„Den schwarzen Adler“. Bereit Ihnen, ein frisches Bier, fruchtigen Wein zu kredenzen oder eine deftige Mahlzeit zu servieren.

Vom 01. Mai 1928 bis zum 01. April 1968 wurde der Gasthof vom Wirtsehepaar Bruno und Emma Schmitt betrieben.

Im Schwarzen Adler stand auch einer der ersten Fernseher im Umkreis, was der Witschaft zur Weltmeisterschaft 1954 ein volles Haus bescherte.

Öffnungszeiten

Gasthaus schwarzer Adler

DI – FR
ab 16:30 Uhr
SA - SO
ab 11:00 Uhr
FEIERTAGS
ab 11:00 Uhr

speisekarte